Hexenküche: Die Rezeptsammlung zur alternativen Herstellung von Alltagsprodukten.

 

Stevia - sündhaft süß und urgesund

Gesundheitstipp von Andrea:

 

Teil 1

Wer möchte nicht gesund leben und doch süß schlemmen? Leider kam man da bisher nie am kalorienreichen, kariesfördernden Zucker vorbei. Und auch Süßstoffe beinhalten Erdölverbindungen, die nicht unumstritten sind.

Da macht seit geraumer Zeit ein Kraut von sich reden, welches bedenkenlos den Zucker vom Markt drängen würde, wären da nicht die harten EU-Bestimmungen. Diese würden heute Tomaten und Kartoffeln auch nicht mehr zulassen, da sie kiloweise verzehrt toxisch wirken.

Was ist nun Stevia? Ein Kraut bzw. eine Staudenpflanze, die in Paraguay wächst und dort schon seit Jahrhunderten der Urbevölkerung Paraguays, Brasiliens und Argentiniens als Heilpflanze und zum Süßen von Tees dient, und von ihnen als Honigblatt bezeichnet wird. 1887 kamen dann die Europäer in Kontakt mit dieser Pflanze und es gibt jetzt 150 - 300 Arten davon. 1941 wurde sie wegen der Zuckerknappheit in England angebaut.

Stevia (rebaudiana) ist ein kleiner, ca 50 - 100 cm hoher Strauch (Korbblütler), mit vielen hell - dunkelgrünen, lanzettförmigen, 5-8 cm langen Blättern und weißen Blütenkörbchen. Die Wurzeln sind mehrjährig, ertragen aber keinen Frost, dringen nur 15 - 25 cm in Boden ein. Am Ende der Vegetationszeit stirbt der oberirdische Teil der Pflanze ab. Die Samen sind 3 mm groß. Die Pflanze ist ein Windbestäuber, anspruchslos, wächst auf feuchtem, grobkörnigem, sandigem und saurem Boden, liebt Temperaturen von 24 Grad. Damit sie üppiger und buschiger wird, kneift man im Sommer die Spitzen aus. Die Pflanze blüht von Oktober bis Februar (bitte ins Haus holen!), man erntet die Blätter Mitte bis Ende September. Überwintern sollte sie bei 15 - 20 Grad und hell, wenig gießen, wenig ernten. Die Pflanze zieht sich zurück und treibt im Februar neu aus.

Die getrockneten Blätter kann man jahrelang aufheben. Darin entdeckte man den süßen, wasserlöslichen Inhaltsstoff Steviosid, welches die 300fache Wirkung von Saccharose hat (50g Steviosid = 12,5 kg Zucker) und keinen Stickstoff und keine Kalorien enthält, dafür aber Eisen, Silicium, Cobalt, ätherische Öle etc. Bei innerlicher Anwendung wirkt Stevia verdauungsfördernd, gegen Müdigkeit und Pilzbefall sowie Zahnfleischbluten und Karies, es hilft beim Abbau von Übergewicht. Stevia kann jenen Menschen, die unter Diabetes, Neurodermitis, Zucker- und Sorbitunverträglichkeit oder Mucoviszidose leiden, ein Stück Lebensqualität zurückgeben. Äußerlich angewendet hält sie, als Maske verwendet, Haut und Haare jung und schön und hilft bei der Wundheilung. Stevia ist also im Gegensatz zu anderen Süßmitteln verbraucherfreundlich.

Die Blätter können in ihrem Ursprungszustand verwendet werden, gemahlen, gekocht, überbrüht oder in Alkohol ziehen lassen. Sie sind bis 200 Grad hitzebeständig, wirken geschmacksverbessernd und auf Grund ihrer großen Süßkraft sind sie gering im Verbrauch. Die getrockneten Stevia-Blätter sind immer noch 15 - 30 mal süßer als Zucker.

Größter Verbraucher von Stevia ist Japan, wo seit 1954 Stevia angebaut wird. Dort sind seit 1969 synthetische Süßstoffe verboten. Daher stieg der Verbrauch vom natürlichen Stevia rapide, heute liegt der Marktanteil bei 40 -50 % (in Kaugummi, Fertignahrung, Sojasauce, Meeresfrüchte, Getränke).

Steviablätter können dem Tee zugesetzt werden, beim Überbrühen wird die Süße abgegeben, danach filtrieren. Oder man setzt es wie ein Gewürz (gemahlene Blätter) ein. Zum Backen eignet sich ein Flüssigextrakt: 50 - 150 g Blätter + ½ L Wasser kochen, 10 min köcheln, 30 min ziehen, filtrieren - grüne Flüssigkeit kann mehrere Wochen im Kühlschrank aufgehoben werden. Oder einfach nur kochendes Wasser über die Blätter gießen und dies 10 min ziehen lassen.

Anspruchsvoller ist die Herstellung mit Alkohol: Die Blätter werden in reinem Alkohol 24 Stunden eingelegt, dann abgefiltert und mit reinem Wasser verdünnt. Beim Kochen und backen macht es sich erst einmal erforderlich die Süßkraft nach und nach auszuprobieren, bevor man umrechnet. Aber bitte nie zu viel nehmen - dann wird ein leicht bitterer Nachgeschmack wirken.

Warum finden wir Stevia oder deren Extrakte nicht im Supermarktregal? Dabei ist es seit den 50ger Jahren bei Drogisten in der Schweiz recht bekannt, bei uns führten es Reformhäuser, Apotheken und Drogerien. Dann 1997 reichte ein Belgischer Professor bei der EU einen Antrag auf Zulassung von Stevia als neues Lebensmittel ein, der 1999 vom Lebensmittelausschuss abgelehnt wurde und 2000 veröffentlichte die Europäische Kommission ihren Entscheid über diese Verweigerung und verbot den Handel in Deutschland. Es wurden sogar Razzien bei Produktführern durchgeführt. Warum? Weil die gegenwärtige Informationslage und wissenschaftlichen Untersuchungen nicht ausreichend seien (www.europa.eu.int/comm/dg24/health/sc/scf/out34_en.html). Dabei lagen dem Antrag mehrere wissenschaftliche Arbeiten bei, die die gesundheitliche Unbedenklichkeit beweisen und in den letzten 40 Jahren sind weltweit keine Schäden am Menschen gemeldet worden. Die Untersuchungen auf Toxizität waren alle negativ, also weniger als bei Tomaten und Kartoffeln.

Die wahren Gründe werden sein: Stevia als Naturprodukt kann nicht monopolisiert werden, da sich wohl auch keine finanzkräftige Lobby findet, die eine Zulassung anstrebt. Die EU möchte den Binnenmarkt für Produkte aus Südamerika, China und Japan nicht eher öffnen, bis eigene Anbau- u. Verarbeitungskapazitäten aufgebaut sind. Und die Süßstoff- u. Zuckerindustrie scheinen Einfluss auf die Entscheidungsfindung der zuständigen Kommissionen zu nehmen, weil sie befürchten, dass dadurch der Zuckermarkt zerstört wird. Weltweit wurden Ende der 90ger Jahre 143 Millionen Tonnen Zuckerprodukte verbraucht; USA = 60%, EU = 17%, China = 15% und Japan nur 3%!! (Die restlichen 5% verteilen sich auf andere Länder der Welt.)

Viele Reisende bringen sich die Extrakte oder Samen/Pflanzen aus dem Urlaub im Ausland mit. Diese bieten im Internet ihre Mitbringsel an, dies ist nicht verboten, da es Privatpersonen sind; nur der Handel von Firmen ist verboten. Da man in Drogerien, Apotheken u.ä. vergeblich nach Stevia als Nahrungsmittel fragt, sollte man es als Futtermittel (oder Badezusatz www.steviavertrieb.de) versuchen oder auch die Samen/Pflanze wird in einigen Bau- u. Pfanzenmärkten (z.B. Geltow) angeboten. Viele Pflanzenmärkte haben die Pflanze gezüchtet und kultiviert und im Raum Hamburg werden viele angeboten (www.ruehlemanns.de). Es gibt folgende Produkte: Stevia-Blätter, ganz oder gemahlen, Steviosid, als weißes Pulver, Stevia Liquid und Fluid, flüssige klare grüne Tafelsüße, Stevia-Instant, wässriger Stevia-Auszug und Stevia-Packets, Briefchen, die sie oft bei asiatischen Airlines angeboten bekommen.

Internet:

www.freestevia.de www.prostevia.ch www.alexxis.net www.medherbs.de

www.stevia.ch www.stevia.com

www.heidrun-fronek.de/Ernaehrungsinfo/stevia.htm

Buchadresse: Barbara Simonsohn: „Stevia - sündhaft süß und urgesund“ Winterpferd Verlag ISBN 3-89385-310-3 (9,90 € )

Wenn man im Internet in einer Suchmaschine STEVIA eingibt, wird man staunen, wie viele Interessenten, Wissenschaftler und Neugierige dort zu Wort kommen. Sie alle wollen, dass Stevia zugelassen wird und man wundert sich, dass dieses gesunde Kraut, welches Gesunden wie Kranken gleichermaßen helfen könnte, von einer finanzstarken Zuckerindustrie totgeschwiegen wird.

Teil 2

Nachdem Sie im I.Teil die Stevia-Pflanze, deren Aufbereitung und Anbau kennengelernt haben und warum wir sie in Deutschland nicht mehr finden, erfahren Sie heute, für und gegen was Stevia gut ist und warum Zucker so ungesund ist. Wir erinnern uns, Stevia, die Staude aus Paraguay, ist die heimliche und gesunde Alternative zu Zucker. Nachdem ich das Buch von Barbara Simonsohn „Stevia sündhaft süß und urgesund“ gelesen habe (ISBN 3.89385-310-3/ 9,90 €), welches in Deutschland das einzig noch erhältliche zu diesem Thema ist, habe ich meinen Zuckerverbrauch drastisch gesenkt bzw. durch Stevia ersetzt, d.h. ich süße Tee und Kaffee mit Stevia-Tropfen und backe mit Stevia-Pulver-Extrakt. In dem Buch werden so viele Krankheiten beschrieben, die durch Zucker hervorgerufen und begünstigt werden, dass man regelrecht selbst schuld ist, wenn man daran erkrankt. Die Autorin ist selbst mit Hautkrankheiten und Weizenunverträglichkeiten geplagt und meint aber es seien keine Krankheiten, sondern gesunde Reaktionen des Körpers auf falsche Ernährung. Zucker wird von Ernährungsexperten auch das weiße Gift genannt; er ist ernährungspsychologisch ein leerer Energieträger ohne Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe. Was uns die Werbung vorgaukelt, wird teuer von der Industrie unterstützt und Slogans wie „Dolce Vita, Honeymoon, Schokoladenseite“ verleiten uns. Dabei lieben die Menschen den Zucker so sehr, dies ist aber menschheitsgeschichtlich dadurch bedingt, dass es auf der ganzen Welt keine süßen Früchte gibt, die giftig sind.

Bei Zucker denken wir erst einmal an Karies, aber dadurch, dass er nach dem Verzehr erst einmal verflüssigt wird, reizt er im Magen die Magenschleimhaut, was zu Entzündungen und Geschwüren führt. Im Dünndarm wird er in Glukose und Alkohol umgewandelt, die Leber wird dann von so viel Glukose überschwemmt, dass sie diese an das Blut abgibt und den Zuckerspiegel in die Höhe treibt, dadurch entstehen Stoffwechselstörungen und Blutzuckerprobleme/Diabetes und Nervosität sowie Kopfschmerzen. Ist der Glukosegehalt für die Leber zu hoch, verwandelt sie diese in Fettklümpchen, Ergebnis ist die Fettleber. Dieses Fett wandert zu den Muskeln in Hüften und Bauch und bringt uns irgendwann das Übergewicht. In Ländern, die keinen raffinierten Zucker verbrauchen gibt es keine Diabetes. Nach 20 Jahren falscher Ernährung mit raffinierten Kohlenhydraten bricht Diabetes erst aus, die bis hin zur Erblindung führen kann.

Zucker führt mit der Zeit zu Immunschwäche, weil Zucker die Aktivitäten der weißen Blutkörperchen herabsetzt. Zucker bringt Hämorrhoiden, Hautunreinheiten, Depressionen, Erkrankungen der Nebennieren. Klinische Studien in Lahnstein von Dr. Max Otto Bruker beweisen, dass Zucker auch Fettsucht, Arteriosklerose, Herzinfarkt, Leberschäden, Nieren- u. Gallensteine, Verhaltensstörungen, Akne, Colitis, Kinderlähmung und auch Krebs erzeugt. Denn nichts bringt Metastasen besser zum Wachsen als Zucker. Bei einer zuckerfreien Ernährung können die Krankheitsbilder zurückgebildet werden, solange noch keine Organe geschädigt sind.

Viele Wissenschaftler setzen Zucker gleich mit Alkohol, Kaffee und Tabak und bezeichnen ihn als Suchtmittel. Dies bemerken wir aber nicht, weil wir täglich versteckten Zucker zu uns nehmen (50 g Schokolade=6 Teelöffel Zucker/ 1 Glas Fruchtsaft=4 Teelöffel Zucker) und so unsere Sucht gestillt wird. In unserer Leistungsgesellschaft wollen wir mit Süßem unsere Energien wecken, denken durch Zuckerzufuhr wird das Leistungstempo gesteigert, aber am Ende sind wir nur erschöpft. Gerade bei hyperaktiven Menschen ist es sehr gefährlich zuckerhaltige Nahrung zu verabreichen. Sie werden nervös und aggressiv, weil Zucker ein Vitamin B Räuber ist. Vitamin B sorgt für ausgeglichene Stimmung und gute Nerven. Dieser Mangel führt zu Anämie, Wehenschwäche, Ödemen, Gicht, Schlafstörungen, Herzklopfen und Verstopfungen.

Aber auch die Unterzuckerung (Hypoglykämie) ist nicht zu unterschätzen. Da die leichtverdaulichen Zucker sofort in die Blutbahn gehen und den Zuckerspiegel erhöhen, produziert die Bauchspeicheldrüse Insulin. Da es sich bei Zucker um künstliche Kohlenhydrate handelt, die leicht löslich sind, schießt die Insulinproduktion unnötig übers Ziel hinaus. Der Zuckerspiegel sinkt dramatisch ab und es kommt zur Unterzuckerung mit Nervosität, Erschöpfung, Verwirrtheit, Schwindel, Depressionen, Kopfschmerz, Schlaflosigkeit, sexuelle Unlust, Hautausschläge und Heißhunger. Leider wissen dies zu wenig von sich und alle denken man ist ein Nervenbündel. Zucker muss aber nicht unser Schicksal sein, denn wir könnten auf Stevia zurückgreifen (keinesfalls auf künstliche Süßstoffe, die enthalten Erdölverbindungen und Holzschutzmittel). Stevia beinhaltet wertvolles Pfanzen-Protein, wertvolle Öle, Kalium und Kalzium, Magnesium, Phosphor, Silicium, Beta-Karotin, Chrom, Eisen, Faserstoffe und Kohlenhydrate, die vom menschlichen Körper ohne Kalorienbelastung verstoffechselt werden und viele andere wertvolle Stoffe wie z.B. östrogenartige Flavonoide, die unser Immunsystem stärken. Stevia soll den Wunsch nach Alkohol und Nikotin reduzieren, hilft gegen Übersäuerung des Körpers, senkt den Blutdruck und schon 10 Tropfen Stevia helfen den Blutzuckerspiegel zu normalisieren. Stevia stoppt den Pilzbefall, hilft gegen Depressionen und stärkt die Nerven und das Immunsystem, macht Haare glänzend und Haut jung und straff (selbst graue Haare sollen verschwinden), lindert Insektenstiche, hilft bei Herz- und Kopfschmerzen, hilft der Leber, dem Magen und den Nieren, stoppt Übergewicht, Verstopfung und Wechseljahrsbeschwerden, lässt Verletzungen besser heilen, stärkt Knochen und vor allem die Wirbelsäule, wirkt so gegen Rückenschmerzen und regt den Kreislauf und die Liebe an. Hier nenne ich Ihnen noch mal Internetadressen, die sie umfassend zu Stevia informieren:

www.freestevia.de www.prostevia.ch www.alexxis.net www.medherbs.de www.stevia.ch www.stevia.com www.heidrun-fronek.de/Ernaehrungsinfo/stevia.htm

Andrea Alms, Str. d. Friedens 36 B, 14557 Langerwisch im Oktober/ 2003

Hinweis der Hexenküche: Die Pflanze STEVIA ist z.B. lieferbar durch die Raritäten Gärtnerei Treml

 

Format der anhängenden Rezept-Datei: 
Keine Datei
Noch keine Bewertungen

Kommentare

Toller Artikel

Vielen Dank für die ausführlichen Informationen zum Thema. Auf www.stevia-pflanze.info gibt es auch noch weitere Informationen zum Thema Stevia.

Liebe Grüße
Sabine