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Die Lack- und Firniß-Fabrikation in ihrem ganzen Umfange (1859)
Emil Winckler
Ein Werk aus der Zeit der frühen Industrialisierung. Es verzeichnet neben den in Werkstätten und Laboratorien benutzten Gerätschaften auch die Rezepturen zur Herstellung von Lacken und Firnissen. Die ebenfalls beschriebenen Kitte, Beizen, Farben und deren Mischungen sind heute hochinteressant. Gezeigt wird außerdem, wie man schleift, grundiert, verziert, repariert und Lackierungen aufbringt. (Verlagstext)
Auszug aus dem Buch: Herstellung eines fetten Bernsteinlackes nach Freudenvoll Man nimmt 1/2 Pfund schönen klaren Bernstein, bricht ihn mit einer scharfen Zange in kleine Stücke von der Größe einer Bohne und bringt solche in einen neuen gut gebrannnten, glasierten, irdenen Topf, welcher hinlänglich geräumig sein muß, und schmilzt auf gelindem Kohlenfeuer. Dabei muß der Topf gut zugedeckt sein. Fängt der Bernstein an zu dampfen, so nimmt man den Topf vom Feuer, öffnet ihn behutsam und rührt mit einem kupfernen oder porzellanenen Spatel gut um und wiederholt diese Operation zwei bis dreimal, bis der Bernstein vollständig geschmolzen ist. Alsdann setzt man 4 Loth vorher zum Sieden gebrachten hellen Leinölfirniß und 1 1/2 Pfund ebenfalls vorher zum Sieden gebrachtes Terpentinöl nach und nach und unter beständigem Umrühren zu und läßt entweder absetzen oder filtriert den fertigen Lackfirnis durch Werg.
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Giacomo Perini's Schweizerzuckerbäcker (1893) oder genaue Unterweisung zur Anfertigung aller in der Konditorei vorkommende Arbeiten
Giacomo Perini
- mit mehr als 1000 vorzüglichen Rezepten Rezept- und Anleitungsbuch für berufsmäßige und Laien-Konditoren. Die Rezepte beschreiben die Herstellung von Süßspeisen und würzigen Gebäcken sowie von alkoholischen und erfrischenden Getränken. Ob Kuchen, Torten und Konfekt oder Puddings, Pasteten, Limonaden, Sorbets, Eiscremes und Liköre - die an die tausend Rezepte bieten eine einmalige Fülle. Die Zeichnungen zeigen kunstvolle Arrangements und Details. Lehrreich und genußvoll für Fachleute und Gourmets! (Verlagstext)
Auszug aus dem Buch: Anisspringer 500 g Zucker werden mit 4 ganzen Eiern schaumig gerührt, 20 g gewaschenen Anis zugesetzt und mit 500 g Mehl angewirkt, 1/2 cm dick ausgerollt, in gestochene Holzformen gedrückt, gleichmäßig zerteilt, auf gewachste Bleche gesetzt, über Nacht trocknen lassen und bei mittlerer Hitze gebacken.
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Wiederentdecktes Gemüse
Elisabeth Scotto, Christine Fleurent
Kartoffeln mit Trüffelaroma, Wurzelgemüse wie Kerbelrüben und Knollenziest, Bataten und die mit der Sonnenblume verwandten Topinamburs, Kürbisse, Kardonen, Mangold; Rauke oder Löwenzahn und Portulak, die eine Zeitlang nur als lästige Unkräuter angesehen wurden: Alles Gemüse, die aus unseren Gärten und von den Märkten verschwunden waren, werden jetzt wiederentdeckt. Auf unseren Märkten sind sie zu finden. Dieses Buch stellt die neuen alten Gemüse vor, mit einer großen Auswahl an Rezepten. (Verlagstext)
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Praktisches Handbuch der Lackir-, Vergoldungs-, Bronzir-, Beiz-, Färbe- und Polirkunst (1852) Ein unentbehrliches Handbuch für Schreiner, Drechsler, Ebenisten, Sattler, Wagner, Buchbinder, Lackirer und Klempner
H. Miehr
Arbeitsanleitungen für die Oberflächenbehandlung kunsthandwerklicher Objekte. Ein praktischer Erfahrungsschatz vorangegangener Jahrhunderte. Behandelt wird das Lackieren mit Leinöl, Terpentinölfirnissen und Spirituslacken, das Beizen und Färben mit pflanzlichen und tierischen Farbstoffen, das Vergolden und das Polieren, unter anderem mit Schellack und Bienenwachs. Wichtig für Hobbywerker, professionelle Handwerker, Kunsthistoriker und Restauratoren. (Verlagstext)
Auszug aus dem Buch: Glanzvergoldung auf Gipsverzierungen, Figuren u. dergl. Man schleift die Arbeit, die vergoldet werden soll, mit starkem Schachtelhalm recht fein, kehrt dann allen dadurch entstandenen Staub mit einem Haarpinsel gut ab und überstreicht das Ganze mit einem ziemlich starken Leimwasser von Hausenblase oder Pergamentleim. Wenn dieser Anstrich gut trocken ist, gibt man einen zweiten und, ist auch dieser trocken, einen dritten. Nachher überschleift man wieder mit Schachtelhalm, damit die etwa durch das Leimwasser entstandenen Unebenheiten entfernt werden und wischt den Staub ab. Zuletzt wird das Ganze mit einem Stück Wildleder gut aber behutsam abgerieben; dann nimmt man ein Poliment und reibt es auf einer Glasplatte im Wasser recht fein. Um genau zu wissen, ob es fein genug ist oder nicht, nimmt man etwas davon an den Finger und bringt es zwischen die Zähne; knirscht es noch, so setzt man das Reiben fort, bis es bei späteren Versuchen nicht mehr knirscht. Nun bringt man es in ein Glas oder porzellanenes Gefäß, verdünnt es mit noch mehr reinem Wasser und gibt damit drei Aufträge. Es wird so gleichmäßig als möglich aufgestrichen und nicht eher ein neuer Auftrag gegeben, bis der vorhergehende gut trocken ist. Noch muß vorläufig bemerkt werden, daß zur Vergoldung mit gutem Gold rotes Poliment angewendet wird; soll Silber aufgelegt werden, welches man mit einem Goldlack überziehen will, so nimmt man gelbes Poliment. Ist das Poliment fertig aufgetragen und gut getrocknet, so überreibt man es wieder mit einem Stück recht weichem Wildleder ganz leicht und behutsam, bis es einen gleichmäßigen Glanz erhalten hat. Man stäubt es mit einem Haarpinsel gut ab und geht dann zur Vergoldung über, was auf folgende Weise geschieht: Man schneidet die Goldplättchen auf einem Vergoldekissen, welches flach mit Watte gefüttert und mit einem Stück Wildleder überzogen ist, zu kleinen Stücken, länglich oder ins Quadrat, wie man sie eben zu der Arbeit braucht, mit einem eigens dazu passenden zweischneidigen Vergoldemesser, taucht dann einen Haarpinsel in reinen unverfälschten Kornbranntwein, bestreicht damit auf der Arbeit ein so großes Stück, als die aufzulegenden Blättchen groß sind und hebt dann das Gold mit dem Anschießpinsel, welches ein ungefähr 3 Finger breiter Haarpinsel ist, dessen Haare in der Breite einzeln an einander gereihet sind. Die Haare streicht man vor dem Heben des Goldes an die Wange, an welche man etwas Talg gestrichen hat, damit sie das Gold leichter anziehen, und legt die Goldplättchen auf die bestrichene Stelle, was ohne Mühe geschieht, denn der Kornbranntwein zieht dieselben an, sobald man mit dem Pinsel daran kommt. Das Gold wird mit einem weichen Haarpinsel vollends angedrückt. Nach dem Vergolden läßt man den Kornbranntwein gänzlich vertrocknen und poliert mit einem Polierzahn oder Polierkolben von Agatstein, welcher dazu gearbeitet ist, die Stellen, welche vorspringen und vollen Glanz erhalten müssen, recht behutsam und so leicht als möglich, damit man ja keine Löcher reißt. Die tieferen Stellen bestreicht man mittels eines feinen Haarpinsels mit einer Mischung von Leimwasser und Kornbranntwein, läßt dies gut trocken werden und setzt dann das Matte auf. Zu diesem Matt nimmt man Safran und Curcuma zu gleichen Teilen, zerkleinert die Curcuma, tut beides in eine Glasflasche, und gießt soviel reinen Kornbrannntwein darauf, daß er kaum darüber weggeht. Diese Flasche bringt man in die Sonne, damit der Branntwein die Ingredienzen schneller auslaugt, doch verstopfe man die Öffnung gut, weil sich sonst der Geist verfliegt. Erscheint dieses Matt noch zu gelb, so mischt man etwas von dem auf gleiche Weise ausgesogenen Drachenblute hinzu, bis man die gewünschte Farbe erhalten hat.
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