Hexenküche: Die Rezeptsammlung zur alternativen Herstellung von Alltagsprodukten.
Hexenküche: Die Rezeptsammlung zur alternativen Herstellung von Alltagsprodukten.
Schweizerisches Patent aus dem Jahre 1931
Das Abbeizmittel ist eine salbenartige Masse, die aus einer Mischung von 30% Trinatriumphosphat (Na3PO4), 2,5% Soda, 10% Wasserglas, 5% Schmierseife, 2,5% Kieselgur, 1% Reisstärke und 40% Wasser besteht.
Die Erfahrung zeigt, dass neue Anstriche, die auf ältere aufgetragen werden, nicht gut halten. Deshalb entfernt man die alten Anstriche durch Abschaben, Abschmiergeln oder mit Hlfe von sog. Abbeizmitteln. Diese werden auf den alten Anstrich aufgetragen. Sie erweichen ihn innerhalb einiger Stunden oder Tage so weit, dass sie samt dem Anstrich abgeschabt werden können. Das obige Mittel ist besonders zum Abbeizen von Ölfarbanstrichen (Leinölfarben) und fetten Ölharzlacken geeignet. Der wirksame Bestandteil ist das Trinatriumphosphat, welches die „fetten“ Anstriche verseift, so dass sie leicht abgezogen werden können. Gegenüber Ätznatron oder Natronlauge ist Trinatriumphosphat wesentlich ungefährlicher; auch wird die Haut nicht so stark angegriffen. Die dem Abbeizmittel beigemengten Mengen von Soda, Wasserglas und Schmierseife wirken ebenfalls erweichend. Das Kieselgur dient als mechanisches Scheuermittel. Bei Holzsanstrichen muss nach Beseitigung des Anstriches mit warmem Essigwasser nachgewaschen werden. Das Essigwasser neutralisiert die im Holz sitzenden Trinatriumphosphatreste, die sonst den neuen Anstrich von unten her angreifen würden.
(Informationen aus „Chemische Fundgrube“ von Dr. Hermann Römpp 1940)